Erbschaftssteuerfrei: Alles, was Sie wissen müssen

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Was ist erbschaftssteuerfrei?

Die Erbschaftssteuer ist in Deutschland im Erbschafts- und Schenkungsteuergesetz geregelt. Eine Erbschaft wird mit einer Steuer zwischen 7 % und 50 % belastet. Die Höhe richtet sich nach dem verwandtschaftlichen Verhältnis des Erben zum Erblasser sowie nach der Höhe des Erbes. Daraus ergeben sich bestimmte Steuerklassen und Freibeträge. Bei Immobilien, welche die Erben selbst bewohnen, kann die Erbschaftssteuer Immobilien jedoch zur Gänze entfallen. In diesem Fall ist das Erbe erbschaftssteuerfrei. Das gilt allerdings nur für Immobilien bis zu einer Wohnfläche von 200 m².

 

Was ist günstiger: Erbschafts- oder Schenkungsteuer?

Prinzipiell sehen das Erbschaftssteuergesetz und das Schenkungsteuergesetz keine Unterschiede vor. Es gibt bei der Erbschafts- oder Schenkungsteuer unterschiedliche Freibeträge, die von den verwandtschaftlichen Verhältnissen abhängen. Was ist günstiger bei der Schenkungssteuer? Bei der Schenkungssteuer können diese Freibeträge alle 10 Jahre neu ausgenutzt werden. Eltern können somit ihren Kindern alle 10 Jahre bis zu 400.000 Euro schenken.

 

Wie viel kann man steuerfrei erben?

Was ist erbschaftssteuerfrei und wie viel kann man erben, ohne Steuern zu zahlen? Dafür gibt es verschiedene Freibeträge. In Deutschland sind Erben in Steuerklassen eingeteilt. In der Steuerklasse I befinden sich Personen im engsten Verwandtenkreis wie Eltern und Kinder, Ehepartner, Enkelkinder und Großeltern. Der steuerliche Freibetrag bei Erbschaften bewegt sich hier zwischen 100.000 € und 500.000 €.

In die Steuerklasse II fallen Geschwister, Nichten und Neffen sowie Stiefeltern und Schwiegerkinder. Hier liegt der Freibetrag bei maximal 20.000 €.

Miteinander nicht verwandte Personen fallen in die Steuerklasse III mit einem Freibetrag von ebenfalls 20.000 €.

 

Berechnung der Erbschaftssteuer

Die Erbschaftsteuersätze sind im § 19 des ErbSTG geregelt. Diese hängen sowohl von der Erbsumme als auch von der jeweiligen Steuerklasse ab.

 

Wie hoch ist die Erbschaftssteuer für ein Haus?

Die Erbschaftssteuer Immobilien ist nur für jenen Betrag fällig, der den jeweiligen Freibetrag übersteigt. Bei der Erbschaftssteuer Haus wird der Verkehrswert der Immobilie als Berechnungsgrundlage herangezogen. Im Fall einer Erbschaft werden davon jedoch nur 90 % als Berechnungsgrundlage für die Erbschaftssteuer Haus verwendet. Es gilt ein steuerlicher Bewertungsabschlag von 10 % im Vergleich zu Mietobjekten. Wenn Sie das Haus selbst bewohnen, können Sie es sogar steuerfrei erben.

 

Wie hoch sind die Steuersätze nach 19 ErbSTG?

Diese Steuersätze richten sich nach der Erbsumme und den Steuerklassen.

  • Für Erbsummen bis zu 75.000 € fallen in der Steuerklasse I 7 % an, in der Steuerklasse II 15 % und in der Steuerklasse III 30 %.
  • Für Erbsummen bis zu 300.000 € liegen diese in der Steuerklasse I bei 11 %, in der Steuerklasse II bei 20 % und in der Steuerklasse III bei 30 %.
  • Für Erbsummen bis zu 600.000 € bewegt sich der Steuersatz in der Steuerklasse I bei 15 %, in der Steuerklasse II bei 25 % und in der Steuerklasse III bei 30 %.
  • Für Erbsummen bis zu 6.000.000 € wird die Steuerklasse I mit 19 %, die Steuerklasse II und III mit 30 % belastet.
  • Für Erbsummen bis zu 13.000.000 € liegt der Satz in der Steuerklasse I bei 23 %, in der Steuerklasse II bei 35 % und in der Steuerklasse III bei 50 %.
  • Bei Erbsummen bis zu 26.000.000 € müssen Sie in der Steuerklasse I mit 27 %, in der Steuerklasse II mit 40 % und in der Steuerklasse III mit 50 % rechnen.
  • Bei Summen über 26.000.000 € liegt der Steuersatz in der Steuerklasse I bei 30 %, in der Steuerklasse II bei 43 % und in der Steuerklasse III bei 50 %.

 

Wie wird die Höhe der Erbschaftssteuer bei Immobilien berechnet?

Grundstücke oder ein Haus können nicht wie Geldbeträge geteilt werden. Bei Immobilien gestaltet sich die Berechnung der Steuer daher komplexer. Um die Steuer für eine Immobilie zu ermitteln, muss man den Wert der Liegenschaft kennen. Dieser wird im Erbfall vom Finanzamt ermittelt. Doch es gibt auch die Möglichkeit, bereits zu Lebzeiten den Immobilienwert zu berechnen. Das Wertermittlungsverfahren durch das Finanzamt folgt anderen Bestimmungen als die Wertermittlung durch einen Gutachter. Somit kann es sein, dass der durch das Finanzamt berechnete Wert deutlich über dem tatsächlichen Marktwert der Immobilie liegt.

Wenn der Erblasser den Wert der Immobilie bereits kennt, kann er in seinem Testament den Erbschaftssteuer Freibetrag für die Erben berücksichtigen. Zudem hat er die Möglichkeit, die Immobilie zu Lebzeiten zu verschenken oder die Liegenschaft zu verkaufen und danach das Geld unter den Erben aufzuteilen.

 

Was kann man von der Erbschaftssteuer absetzen?

Neben dem oben erwähnten Erbschaftssteuer Freibetrag gibt es noch weitere steuerliche Absetzmöglichkeiten.

  • Versorgungsfreibeträge nach § 17 ErbSTG
  • Freibeträge für den Hausrat und Gegenstände des Erblassers

Die Versorgungsfreibeträge richten sich an direkte Nachkommen des Erblassers sowie Stiefkinder im Alter von 0 bis 27 Jahren. Dieser liegt zwischen 10.300 € und 52.000 €.

Ehepartner oder Lebenspartner erhalten einen Freibetrag bis zu 256.000 €. Erhalten die Erben jedoch Versorgungsbezüge aufgrund des Todes des Erblassers, werden diese Freibeträge um die Höhe dieser Bezüge vermindert. Das betrifft in erster Linie Waisenrenten oder Witwenrenten.

Freibeträge für den Hausrat können bis zu 41.000 € geltend gemacht werden. Auch für bewegliche Gegenstände wie Fahrzeuge oder Kunstsammlungen gibt es Freibeträge. Ein steuerfreies Erbe dieser Gegenstände ist jedoch maximal bis zu einer Summe von 53.000 € möglich. Für entferntere Verwandte in den Steuerklassen II und II gilt ein allgemeiner Freibetrag von 12.000 €.

 

Rechenbeispiel für eine Erbschaft

Ein Sohn erbt ein Haus im Wert von 500.000€. Die Liegenschaft hat eine gesamte Wohnfläche von 250 m². Als Erbe fällt er in die Steuerklasse I mit einem Erbschaftssteuer Freibetrag Immobilien von 400.000 €. Da er selbst im Haus wohnt, kann er die Immobilie steuerfrei erben. Das Erbe ist bis zu einer Fläche von 200 m² steuerfrei. Die darüber liegenden 50 m² haben einen Verkehrswert von 100.000 € und liegen somit im Bereich des Freibetrags, für den die Steuer ebenfalls entfällt.

Eine Tochter erbt eine Liegenschaft im Verkehrswert von 1.000.000 €. Sie fällt ebenfalls in die Steuerklasse I. Zieht man den Erbschaftssteuer Freibetrag Immobilien von 400.000 €, muss sie für das Erbe von 600.000 € Steuern von 19 % bezahlen. Das ergibt 114.000 €.

 

Geerbte Immobilie: Was mache ich?

Viele Menschen kommen im Laufe ihres Lebens einmal in den Genuss einer Erbschaft. Dann stellen sich häufig die Fragen nach der Verwendung des Erbes und wie sieht das Erbrecht Immobilien für mich aus? Ferner ergeben sich Fragen: Wie wird die Höhe der Erbschaftssteuer bei Immobilien berechnet? Was kann man von der Erbschaftssteuer absetzen? Wie hoch ist die Erbschaftssteuer für ein Haus? Wie hoch sind die Steuersätze nach 19 ErbSTG?

Diese Fragen können nur beantwortet werden, wenn man weiß, was mit der Immobilie geschehen soll. Prinzipiell kann man ein geerbtes Haus vermieten, selbst nutzen oder verkaufen.

 

Wie verkaufe ich ein geerbtes Haus?

Sind mehrere Miteigentümer bei einem Haus vorhanden, so muss der Verkaufserlös auf die Erben aufgeteilt werden. Problematisch wird es, wenn nicht alle Erben einem Verkauf zustimmen. In diesem Fall können die Erben eine Erbauseinandersetzung beantragen. Im Zweifelsfall wird die Liegenschaft zwangsversteigert und der Erlös entsprechend aufgeteilt.

 

Erbschaftssteuer: Die Unterlagen

Zu den wichtigsten Dokumenten für die Erbschaftssteuererklärung gehören:

  • Testamente
  • Erbverträge
  • Kopie des Erbscheins
  • Ausgefülltes Erbschaftssteuerformular

 

Fazit

Wer ein Haus erbt, kann dies im Erbrecht Immobilien unter Umständen auch tun, ohne dabei die Erbschaftssteuerlast zu übernehmen. Ob und in welchem Umfang eine geerbte Immobilie steuerfrei ist, hängt in erster Linie von der Steuerklassen, dem Verkehrswert der Immobilie sowie der Wohnfläche und von der Selbstnutzung der Immobilie ab.

 

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