Wissenswertes zum Energieausweis

Energieausweis für Wohngebäude

Immer wieder schwirrt der Begriff Energieausweis in der Immobilienszene durch Anzeigen und Immobilienbeschreibungen. Doch was ist unter einem Energieausweis eigentlich zu verstehen, was wird damit ausgedrückt und wer stellt einen solchen Energieausweis aus? In diesem Artikel haben wir die häufigsten Fragen zusammengefasst und liefern Ihnen darauf die passenden Antworten.

Was ist ein Energieausweis?

Beim Energieausweis handelt es sich um ein Dokument, mit dem die Energieeffizienz und die anfallenden Energiekosten einer Immobilie angegeben werden. Ziel des Ausweises ist es, Immobilienkäufern eine Übersicht über die zu erwartenden Energiekosten der jeweiligen Immobilie zu geben. Hierdurch ist ein Vergleich des Energiebedarfs verschiedener Immobilien möglich.

Für die Angabe des Energieverbrauchs bedient sich der Energieausweis verschiedenen Klassen, ähnlich wie man es vom Energieverbrauch von Elektrogeräten her kennt. Geräte, die in die Energieeffizienzklasse A eingeordnet werden, verbrauchen weniger Energie als Geräte in der Klasse D oder E. Ganz ähnlich wird dies auch beim Energieausweis abgebildet, nur dass es hierbei um den Verbrauch einer ganzen Immobilie geht und nicht nur um ein einzelnes Gerät

 

Verschiedene Energieklassen

Die Kategorien, die von A+ bis H reichen, lassen sich anhand einer farbigen Skala, die von grün bis rot reicht, schnell gut erkennen. Mit den einzelnen Farbstufen wird der energetische Zustand einer Immobilie veranschaulicht. Dabei kommt die Klasse A+ annähernd einem Passivhaus gleich, während die Klasse A dem Niveau von Neubauten entspricht, wie es in der Energieeinsparverordnung gefordert wird. In die Klasse H wiederum werden Häuser eingeteilt, die sich zum größten Teil in einem unsanierten Zustand befinden.

 

Bedarfsausweis und verbrauchsorientierter Energieausweis - was sind die Unterschiede?

Ob Sie einen Bedarfsausweis oder einen Verbrauchsausweis erhalten oder vorlegen müssen, ist von der Größe und dem Baujahr der Immobilie abhängig. Grundsätzlich muss ein Bedarfsausweis für sämtliche Neubauten erstellt werden. Verpflichtend ist er jedoch auch für Altbauten, in denen sich weniger als fünf Wohnungen befinden, die den Anforderungen der Wärmeschutzverordnung aus dem Jahr 1977 nicht entsprechen.

Für die Ausstellung eines Bedarfsausweises benötigt es eine Berechnung, wie hoch der Energiebedarf einer Immobilie aufgrund seiner Bausubstanz und Bauweise ausfällt. Bei Häusern, die in den grünen Bereich der Skala eingeordnet werden, dürfen Sie mit niedrigeren Heizkosten rechnen als für Häuser, die sich im roten Bereich befinden.

In Sachen verbrauchsorientierter Energieausweis hingegen wird der tatsächliche Energieverbrauch der Bewohner angegeben. Als Grundlage hierfür dienen die Abrechnungsdaten der vergangenen drei Jahre. Daraus lassen sich die zu erwartenden eigenen Heizkosten jedoch nur schwer berechnen, da nicht bekannt ist, ob die bisherigen Bewohner eher verschwenderisch oder sparsam mit Energie umgegangen sind.

 

Energieausweis-Pflicht, Ordnungswidrigkeit, Bußgeld

Seit dem Jahr 2009 ist ein Energieausweis verpflichtend für sämtliche Wohngebäude in Deutschland. Beim Verkauf oder der Vermietung muss er potentiellen Käufern oder Mietern unaufgefordert vorgelegt und nach Abschluss des Vertrages übergeben werden. Ausgenommen von der Pflicht zum Energieausweis sind lediglich denkmalgeschützte Immobilien.

Auch in Immobilienanzeigen müssen die wichtigsten Daten aus dem Energieausweis sichtbar sein. Dies gilt beispielsweise hinsichtlich Energiebedarf und -verbrauch, dem Baujahr der Immobilien, der Energieeffizienzklasse und der Art des Energieausweises.

Wenn Eigentümer ihrer Pflicht in Sachen Energieausweis nicht nachkommen, kann dies empfindliche Sanktionen zur Folge haben. Fehlende Energieangaben gelten als Ordnungswidrigkeit, die mit Bußgeldern bis zu 15.000 Euro abgestraft werden können.

 

Wer stellt Energieausweis aus?

Eine Antwort auf die Frage „Wer stellt Energieausweis aus“ liefert die Energieeinsparverordnung aus dem Jahr 2014. Im Paragraphen 21 ist genau aufgeführt, welche Personen einen Energieausweis ausstellen dürfen. Hierzu zählen beispielsweise Personen, die über einen Hochschulabschluss in einer grundlegenden Baufachrichtung verfügen. Ebenso dürfen staatlich geprüfte oder anerkannte Techniker zur Beurteilung von Lüftungs- und Klimaanlagen, Warmwasser- und Heizungsanlagen einen entsprechenden Energieausweis ausstellen.

 

Welchen Ausweis für welche Immobilie?

Wohngebäude

Ein verbrauchsbasierter Energieausweis ist für Wohngebäude ausreichend, die nach dem Jahr 1977 gebaut wurden oder über mehr als fünf Wohneinheiten verfügen. Für alle anderen Wohngebäude ist ein bedarfsbasierter Energieausweis erforderlich.

Nicht-Wohngebäude

Möchten Sie ein Nicht-Wohngebäude vermieten oder verkaufen, sollten Ihnen dessen Strom- und Heizungsverbräuche der vergangenen drei Jahre vorliegen. Auf dieser Grundlage können Sie dann einen verbrauchsbasierten Energieausweis für Nicht-Wohngebäude erstellen lassen.

 

Wo bekomme ich einen Energieausweis?

Es gibt keine vollständige Liste, auf der sämtliche berechtige Aussteller aufgeführt sind. Es existiert jedoch eine verlässliche Datenbank, in der sich geprüfte Aussteller finden lassen, als Antwort auf die Frage „Wo bekomme ich einen Energieausweis“. Es handelt sich hierbei um die Energieeffizienz-Expertenliste für Bundesförderprogramme. In dieser sind Energieberater aufgeführt, deren Qualifikation in regelmäßigen Abständen geprüft wird. Betreut und gepflegt wird diese Liste von der Deutschen Energieagentur (dena). Die Liste können Sie unter folgendem Link finden: Energie effizient experten

Alternativ können Energieausweise auch bei ausgewiesenen Online Anbietern bestellt werden. Diese bieten sowohl verbrauchs- als auch bedarfsorientierte Ausweise an. Die Vorgehensweise ist einfach. Der Energiepass ist in der Regel sofort verfügbar und kann ausgedruckt werden.

 

Tipp:

Beim Verkauf einer Wohnung erhalten Sie einen gültigen Energieausweis meistens bei  Ihrer Hausverwaltung. Fragen Sie also zuerst dort nach oder beantragen Sie die Ausstellung eines Energieausweises in der nächsten Eigentümerversammlung.

 

Was kostet ein Energieausweis?

Es gibt keine staatlichen Vorgaben auf die Frage „Was kostet ein Energieausweis“. Der Preis ist frei verhandelbar und orientiert sich anhand der Art des Ausweises, der Größe der Immobilie und dem Gebäudetyp. Bundesweit beträgt der Preis für Wohngebäude in knapp zwei Dritteln aller Fälle jedoch weniger als 300 Euro.

Bei ausgewiesenen Online Anbietern bezahlen Sie für den einfacheren Energieverbrauchsausweis ab ca. 30 Euro und den aufwendigeren Energiebedarfsausweis bekommen Sie ab 90 Euro.

 

Wann muss der Energieausweis ausgestellt werden?

Die Gültigkeit eines Energieausweises beträgt zehn Jahre. Wenn innerhalb der zehn Jahre an der Immobilie in Sachen energetischer Kennwerte Änderungen erfolgen, ist eine neue Ausstellung des Energieausweises notwendig.

 

Aussagekraft vom Energieausweis

Die Aussagekraft eines Energieausweises hängt vor allem von seiner Art ab. So ist ein Bedarfsausweis aufwendiger in der Erstellung und damit teurer als ein Verbrauchsausweis, liefert jedoch auch aussagekräftigere Daten.

Da bei den beiden Varianten des Energieausweises die Datenbasen auf unterschiedliche Weise erhoben bzw. berechnet werden, führt dies zu grundsätzlich verschiedenen Einschätzungen in Sachen Energiestandard und zu erwartender Heizkosten.

 

Hinweis:

Beim verbrauchsorientierten Energieausweis wird lediglich der tatsächliche Energieverbrauch der Bewohner der letzten 3 Jahre herangezogen. Aus diesem Grund liefert dieser Energiepass für einen neuen Eigentümer oder Bewohner keine wirklich betraubare Aussage in Sachen zu erwartender Energiekosten.

 

Möchte man selbst eine möglichst genaue Einschätzung der zu erwartenden Energiekosten einer Immobilie erhalten, bietet es sich an, einen Bedarfsausweis ausstellen zu lassen.

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